April 3. 2025, 12:00:00 am

Team Ahoi! – Wenn Perspektivwechsel den Kurs klären

Wie eine digitale Aufstellung mit der Positionierungskarte „Team Ahoi“ einem Projektteam half, sich neu auszurichten...

Ausgangslage: Neue Führung, neue Mitglieder – und viele offene Fragen

Ein Projektteam eines mittelständischen Unternehmens wandte sich an eine systemische Coachin, um aktuelle Spannungen und Unsicherheiten im Team zu reflektieren. Eine neue Teamleitung war eingesetzt worden, und auch ein neues Mitglied war frisch dazugestoßen. Das Projekt lief weiter, aber die Zusammenarbeit hakte – unausgesprochene Rollenbilder, fehlende Orientierung und der Eindruck, „nicht am selben Strang zu ziehen“, standen im Raum.

In vier Coachingeinheiten begleitete die Coachin das Team mit der digitalen Methode Positionierungskarte „Team Ahoi“ von coachingcard, umgesetzt über coachingspace. Die Metapher des Segelschiffs diente dabei als Raum für Reflexion, Neuausrichtung und gemeinsames Zielbild.

Vier Schritte zur Klarheit – So verlief das Coaching

1. Ist-Situation analysieren – das Team auf dem Meer der Gegenwart

In der ersten Sitzung positionierten sich alle Teammitglieder frei auf der digitalen Karte: dem Schiff, dem Ozean, dem Horizont.

  • Timo, das neue Teammitglied, stellte seine Figur außerhalb des Schiffs auf – er sehe das Team, aber fühle sich (noch) nicht als Teil davon.

  • Andrea, eine erfahrene Mitarbeiterin, platzierte sich mittig im Arbeitsbereich – sie beschrieb, dass sie „viel zusammenhalte“, sich aber auch zwischen Erwartungen aufreibe.

  • Die Teamleitung stellte sich auf das Beobachtungsdeck – sie wolle „nicht im Weg stehen“, sondern den Überblick behalten.

Diese erste Aufstellung zeigte: Das Team war funktional, aber nicht ausgerichtet. Es fehlte ein gemeinsames Verständnis von Rollen, Zielen und Zugehörigkeit.

2. Hypothesenbasierte Intervention – Muster sichtbar machen

In der zweiten Sitzung brachte die Coachin systemische Hypothesen ein, die im Coachingprozess überprüft und vertieft wurden:

  • Vielleicht existiert eine unausgesprochene „Innen-Außen“-Logik im Team?

  • Möglicherweise wird Führung als „Rückzug“ statt als Orientierung verstanden?

  • Wird Leistung zu sehr an Einzelverantwortung geknüpft, statt an gemeinsame Ziele?

Anhand gezielter systemischer Fragen wie
„Was müsste passieren, damit du deine Figur aufs Schiff stellst?“ oder
„Wer übernimmt aktuell das Steuer – und ist das so gewollt?“
entwickelten sich lebendige Dialoge. Die digitale Arbeit mit den Figuren half, unterschiedliche Realitäten sichtbar zu machen – ohne direkt über Personen zu sprechen.

3. Wünschenswertes Zukunftsbild – vom Nebel zur Klarheit

In der dritten Sitzung entwickelte das Team gemeinsam ein Zielbild: Wie sollte die Zusammenarbeit idealerweise aussehen?

  • Timo platzierte seine Figur an Deck, direkt neben einem anderen Teammitglied – mit Blick nach vorne.

  • Die Teamleitung stellte sich nun an das Steuer – mit dem Wunsch, klarer Richtung zu geben.

  • Andrea rückte leicht zur Seite – nicht aus der Mitte, aber mit Raum für andere.

Diese neue Konstellation wurde als stimmig erlebt. Es entstand das Bild eines Teams, das gemeinsam Fahrt aufnimmt – jede:r mit einer klaren Rolle, mit Nähe, Kommunikation und Blick aufs Ziel.

4. Handlungsplan ableiten – konkrete Schritte auf den Weg bringen

Das neue Bild blieb nicht abstrakt. In der vierten Sitzung wurden konkrete Maßnahmen festgelegt:

  • Wöchentliche Kurz-Check-ins zur Rollenklärung

  • Eine strukturierte Einarbeitung für neue Mitglieder

  • Klärung von Entscheidungsprozessen durch die Teamleitung

Das Team speicherte die finale Figurenszene als Momentaufnahme in coachingspace – ein visuelles Zukunftsbild, das als Anker für weitere Schritte dient.

Warum coachingspace und „Team Ahoi“ hier wirkten

Die Arbeit mit der Positionierungskarte „Team Ahoi“ über coachingspace ermöglichte einen Perspektivwechsel auf Augenhöhe. Keine Präsentation, keine PowerPoint – sondern ein interaktiver Raum, in dem sich das Team selbst sehen, bewegen und erleben konnte. Durch das digitale Format konnten verschiedene Blickwinkel eingenommen werden: Aus Sicht der neuen Kollegin. Aus Sicht der Teamleitung. Aus der Mitte des Teams.

Diese Perspektivwechsel ermöglichten einen Dialog, der nicht mit Problemfokus begann, sondern mit Neugier auf die jeweiligen Sichtweisen. Das Zielbild wurde nicht vorgegeben, sondern im Team selbst entwickelt – und das macht es wirksam.

Systemisches Coaching: Hypothesen, Fragen und der Raum dazwischen

Systemisches Coaching arbeitet nicht mit Rezepten, sondern mit Hypothesen. Es fragt nicht „Was ist falsch?“, sondern „Was wirkt hier wie auf wen?“.

Die hier verwendeten systemischen Hypothesen waren vorläufige Annahmen über Wechselwirkungen im Team. Die Fragen dienten dazu, diese zu prüfen, zu differenzieren oder zu verwerfen. Dabei steht die Autonomie des Teams immer im Mittelpunkt: Die Coachin schafft einen Raum, in dem Reflexion möglich wird – aber nicht die Richtung vorgibt.

Fazit: Klarer Kurs statt steife Brise

„Team Ahoi!“ wurde zum Sinnbild für ein Team, das gemeinsam navigieren will. Die Positionierungskarte half dabei, Unausgesprochenes sichtbar zu machen – und den Raum zu öffnen für echte Verbindung, Verantwortung und Veränderung.

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