Juli 21. 2026, 12:00:00 am

Neue Schachfiguren und Moderationskarten für Online-Coaching im 3D-Raum

Was wäre, wenn Ihre Organisation ein Schachbrett wäre?

Welche Figur wären Sie selbst? Welche Figur wäre Ihre Führungskraft? Welche Ihre Mitarbeitenden? Wer bewegt sich frei? Wer sichert ab? Wer steht im Zentrum? Und welche Figuren fehlen vielleicht ganz?

Mit zwei neuen Funktionen erweitert coachingspace die methodischen Möglichkeiten im virtuellen Beratungsraum deutlich:

Schachfiguren für die Aufstellungsarbeit – und frei beschriftbare Moderationskarten für nahezu alles, was Coaches, Supervisor:innen und Berater:innen im Raum sichtbar machen möchten.

Wie wirkungsvoll die Kombination beider Werkzeuge sein kann, zeigt ein Beispiel aus einem Führungskräftecoaching.

Neuerung 1: Mit Schachfiguren Organisationen und Beziehungen sichtbar machen

Schachfiguren eignen sich besonders gut für die Arbeit mit Führungskräften, Teams und Organisationen. Jede Figur bringt bereits eine eigene Symbolik und Bewegungslogik mit.

Der Springer bewegt sich anders als die Königin. Der Turm steht für etwas anderes als der Bauer. Der König gilt als zentrale Figur und ist gleichzeitig in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Genau diese Assoziationen können im Coaching genutzt werden.

Zum Beispiel mit Fragen wie:

  • Wenn Ihre Organisation ein Schachbrett wäre: Welche Figur wären Sie?

  • Welche Figur steht für Ihre Führungskraft?

  • Welche Figuren repräsentieren Ihre Mitarbeitenden?

  • Wer kann sich frei bewegen?

  • Wer schützt wen?

  • Wer steht wem im Weg?

  • Welche Figuren sind überrepräsentiert?

  • Welche fehlen?

  • Was würde passieren, wenn eine Figur ihre Position verändert?

Die Auswahl einer Figur ist dabei häufig bereits der Beginn eines intensiven Reflexionsprozesses.

Denn die spannende Frage lautet nicht nur:

„Welche Figur wählen Sie?“

Sondern auch:

„Warum genau diese?“

Ein Beispiel: Springer trifft Königin

In einem Führungskräftecoaching stellte sich die Geschäftsführung selbst als Springer dar.

Die Begründung: Sie müsse ständig flexibel reagieren, agil arbeiten, ungewöhnliche Wege gehen und schnell auf Veränderungen reagieren können.

Eine langjährige Mitarbeiterin aus der Buchhaltung wurde dagegen als Königin symbolisiert: erfahren, zentral für die Organisation, mit einem umfassenden Blick und einem starken Fokus auf Sicherheit und Verlässlichkeit.

Zwischen beiden kam es immer wieder zu Konflikten.

Was die Führungskraft als notwendige Flexibilität und Agilität verstand, wurde von der Mitarbeiterin teilweise als Sprunghaftigkeit und mangelnde Verlässlichkeit erlebt.

Was die Mitarbeiterin wiederum als notwendige Sicherheit und Sorgfalt verstand, erschien der Führungskraft teilweise als Starrheit oder Vermeidung von Veränderung.

Die Schachfiguren machten diese unterschiedlichen Rollen und Selbstverständnisse im virtuellen 3D-Raum sichtbar.

Doch damit war die methodische Arbeit noch nicht beendet.

Jetzt kam die zweite Neuerung ins Spiel.

Neuerung 2: Moderationskarten als universelles Werkzeug im virtuellen Coachingraum

Neu in coachingspace sind auch Moderationskarten, die individuell beschriftet und im virtuellen Raum ausgelegt werden können.

Und genau darin liegt ihre Stärke.

Denn eine Moderationskarte gibt keine Methode vor.

Sie kann das sein, was der Coach, die Supervisorin oder der Klient gerade benötigt:

Ein Wert, eine Frage, eine Hypothese, ein Ziel, ein Hindernis, eine Ressource, eine Rolle, ein Prozessschritt, eine Position oder ein ganzes theoretisches Modell.

Damit lassen sich unterschiedlichste Methoden und Beratungsansätze in den virtuellen Raum übertragen.

Moderationskarten können beispielsweise genutzt werden für:

  • Werte und Bedürfnisse,

  • Ressourcen und Hindernisse,

  • Ziele und nächste Schritte,

  • Pro- und Contra-Positionen,

  • Skalierungen,

  • Entscheidungsoptionen,

  • Hypothesen,

  • Stakeholder,

  • Prozessphasen,

  • Teamrollen,

  • Glaubenssätze,

  • innere Stimmen,

  • Konfliktpositionen,

  • systemische Fragen,

  • oder die Visualisierung kompletter Modelle.

Die Moderationskarten sind damit nicht einfach eine weitere Methode in coachingspace.

Sie sind ein Werkzeug, mit dem Coaches ihre eigenen Methoden in den virtuellen Raum bringen können.

Ein Modell einfach selbst im 3D-Raum aufbauen

Im dargestellten Führungskräftecoaching wurden die Moderationskarten genutzt, um ein Werte- und Entwicklungsquadrat direkt im virtuellen Raum aufzubauen.

Auf der einen Seite stand der Kernwert:

Sicherheit

Ihm gegenüber die ergänzende Schwestertugend:

Risikobereitschaft

Denn beide Qualitäten werden benötigt.

Sicherheit ohne Risikobereitschaft kann in ihrer Übertreibung zu ängstlicher Vermeidung und Erstarrung werden.

Risikobereitschaft ohne Sicherheit kann dagegen zu Leichtsinn und blinder Waghalsigkeit führen.

Mit vier Moderationskarten entstand so direkt im virtuellen Coachingraum ein vollständiges Werte- und Entwicklungsquadrat:

Sicherheit

ängstliche Vermeidung und Erstarrung

und

Risikobereitschaft

Leichtsinn und blinde Waghalsigkeit

Das Entscheidende daran:

Das Werte- und Entwicklungsquadrat musste nicht als eigene digitale Methode programmiert werden.

Es konnte mit den frei einsetzbaren Moderationskarten einfach im Raum aufgebaut werden.

Und genau das zeigt die eigentliche Stärke dieser neuen Funktion.

Perspektivwechsel im virtuellen 3D-Raum: Die Führungskraft betrachtet die Situation aus der Position der Mitarbeiterin.

Ein Werkzeug – viele Methoden

Heute ein Werte- und Entwicklungsquadrat.

Morgen vielleicht eine Entscheidungs-Matrix.

Danach eine Stakeholderanalyse, eine Timeline, ein Konfliktmodell oder ein selbst entwickeltes Coachingkonzept.

Die Moderationskarten ermöglichen es Coaches, Supervisor:innen und Berater:innen, ihre eigene methodische Kompetenz in den virtuellen Raum zu übertragen.

Statt nur vorgefertigte digitale Methoden nutzen zu können, entsteht ein flexibler Arbeitsraum.

Sie möchten drei Entscheidungsoptionen auslegen? Schreiben Sie sie auf drei Karten.

Sie möchten Ressourcen und Hindernisse gegenüberstellen? Legen Sie zwei Bereiche im Raum an.

Sie möchten ein eigenes Modell mit sechs Feldern aufbauen? Nutzen Sie sechs Moderationskarten.

Sie möchten einen Prozess mit fünf Stationen darstellen? Ordnen Sie fünf Karten im Raum an.

Und anschließend können Figuren, Objekte oder andere Elemente dazu positioniert werden.

Die Moderationskarte wird damit zur methodischen Leinwand.

Besonders kraftvoll: Wenn Werkzeuge miteinander kombiniert werden

Die eigentliche Stärke eines virtuellen Beratungsraums zeigt sich jedoch nicht nur in den einzelnen Werkzeugen.

Sie zeigt sich in ihrer Kombinierbarkeit.

Im beschriebenen Führungskräftecoaching kamen zusammen:

Schachfiguren für die Rollen und Personen.

Der 3D-Raum für Positionen, Beziehungen und Perspektiven.

Moderationskarten für das Werte- und Entwicklungsquadrat.

Der Perspektivwechsel für die eigentliche Reflexionsarbeit.

Aus einzelnen Elementen entstand so ein individueller Coachingprozess.

Die Schachfiguren machten sichtbar, wer sich gegenüberstand.

Die Moderationskarten machten sichtbar, worum es im Kern ging.

Und die räumliche Arbeit ermöglichte es, die Perspektive tatsächlich zu wechseln.

Der entscheidende Moment: Die Perspektive der anderen Seite einnehmen

Perspektivwechsel im virtuellen 3D-Raum: Die Führungskraft betrachtet die Situation aus der Position der Mitarbeiterin.Perspektivwechsel im virtuellen 3D-Raum: Die Führungskraft betrachtet die Situation aus der Position der Mitarbeiterin.

Die Führungskraft wurde eingeladen, die eigene Position zu verlassen und sich gedanklich in die Rolle der Mitarbeiterin zu begeben.

Was sieht die „Königin“, wenn sie auf den „Springer“ blickt?

Aus der Perspektive der Führungskraft lautete die Geschichte:

„Ich bin flexibel. Ich reagiere agil. Ich finde neue Wege.“

Aus der Perspektive der Mitarbeiterin konnte dasselbe Verhalten jedoch ganz anders wirken:

„Ich weiß nicht, was morgen noch gilt. Entscheidungen verändern sich ständig. Ich muss dafür sorgen, dass wir nicht den Überblick verlieren.“

Plötzlich wurde sichtbar, dass hinter dem vermeintlichen Widerstand eine Qualität steckte.

Das Bedürfnis nach Sicherheit war nicht einfach nur mangelnde Veränderungsbereitschaft. Es erfüllte eine wichtige Funktion:

Bei aller Bewegung dafür zu sorgen, dass die Pferde in sicheren Tüchern bleiben.

Gleichzeitig konnte auch die andere Seite neu betrachtet werden.

Der Springer war nicht einfach sprunghaft. Seine Beweglichkeit, Agilität und Fähigkeit, ungewöhnliche Wege zu gehen, waren wichtige Ressourcen für die Organisation.

Wenn aus einem Konflikt ein Entwicklungsfeld wird

Das Werte- und Entwicklungsquadrat half dabei, den Konflikt neu zu betrachten.

Nicht:

Wer hat recht?

Sondern:

Welche Qualität steckt hinter dem Verhalten des anderen?

Aus:

„Sie blockiert ständig Veränderungen.“

kann werden:

„Sie sorgt für Sicherheit und Verlässlichkeit – und könnte diese Qualität durch mehr Risikobereitschaft ergänzen.“

Aus:

„Er ist völlig sprunghaft.“

kann werden:

„Er bringt Flexibilität und Veränderungsbereitschaft mit – und könnte diese Qualität durch mehr Sicherheit und Kontinuität ergänzen.“

So wird aus einem persönlichen Gegeneinander ein gemeinsames Entwicklungsfeld.

Online-Coaching ist mehr als eine Videokonferenz

Dieses Beispiel zeigt, was wir unter einem virtuellen Beratungsraum verstehen.

Online-Coaching muss sich nicht darauf beschränken, miteinander über eine Videokonferenz zu sprechen und gelegentlich den Bildschirm zu teilen.

In coachingspace können Coaches, Supervisor:innen, Berater:innen und ihre Klient:innen gemeinsam in einem virtuellen Raum arbeiten.

Sie können:

  • Figuren aufstellen,

  • Beziehungen räumlich sichtbar machen,

  • Moderationskarten beschriften und auslegen,

  • eigene Modelle aufbauen,

  • Perspektiven wechseln,

  • Elemente verschieben,

  • Hypothesen ausprobieren

  • und unterschiedliche methodische Werkzeuge miteinander kombinieren.

So entsteht ein digitaler Arbeitsraum, in dem Beratung nicht nur besprochen, sondern visualisiert und räumlich erfahrbar werden kann.

Zwei neue Funktionen – unzählige Möglichkeiten

Die neuen Schachfiguren und Moderationskarten stehen exemplarisch für zwei unterschiedliche Arten methodischer Arbeit.

Die Schachfiguren bringen eine starke Metaphorik mit. Sie laden dazu ein, über Rollen, Macht, Beweglichkeit, Strategie und Beziehungen nachzudenken.

Die Moderationskarten sind dagegen bewusst offen. Sie können mit nahezu allem beschriftet und für unterschiedlichste Methoden eingesetzt werden.

Das eine Werkzeug gibt starke Bilder. Das andere maximale methodische Freiheit.

Und besonders spannend wird es, wenn beides miteinander kombiniert wird.

Im dargestellten Coaching entstand so aus:

Schachfiguren + Moderationskarten + 3D-Aufstellung + Werte- und Entwicklungsquadrat + Perspektivwechsel

ein individueller Coachingprozess, der mit einem einzigen vorgefertigten Tool kaum in dieser Form möglich gewesen wäre.

Genau darin liegt für uns die Idee von coachingspace:

Nicht für jede denkbare Coachingmethode eine starre digitale Kopie zu bauen, sondern einen virtuellen Raum zu schaffen, in dem Coaches ihre eigene methodische Kompetenz entfalten und unterschiedliche Werkzeuge kreativ miteinander verbinden können.

Welche Methode würden Sie mit Moderationskarten in den virtuellen Raum bringen?

Heute war es ein Werte- und Entwicklungsquadrat.

Aber was würden Sie daraus machen?

Eine Entscheidungslandschaft? Eine Teamaufstellung? Ein eigenes Führungsmodell? Eine Konfliktmatrix? Eine Timeline? Eine Ressourcenlandschaft? Ein Tetralemma? Oder eine Methode, die bisher noch gar nicht digital abbildbar war?

Und wenn Ihre Organisation ein Schachbrett wäre:

Welche Figur wären Sie?

Mit den neuen Schachfiguren und Moderationskarten gibt es in coachingspace jetzt noch mehr Möglichkeiten, Coaching, Supervision und Beratung im virtuellen Raum individuell und methodisch vielfältig zu gestalten.

Wir sind gespannt, was Sie daraus machen.

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